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Eine-Welt-Arbeit und Bolivien-Partnerschaft

Paranuss-Sammler, Arbeiter und exportierende Fabriken

Leben mit und vom Regenwald

Ein Ziel der jüngsten Reise von Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche, war die Stadt Riberalta im Norden Boliviens. Gelegen am Zusammenfluss von Rio Beni und Rio Madre de Dios, die zu den Amazonas-Zuflüssen in Bolivien gehören, ist die Stadt mit ca. 120.000 Bewohnern auch Bischofssitz. Bischof Eugenio Coter ist Bischof des Vikariats Pando mit einer Ausdehnung von 86.261km². Er ist Präsident des bolivianischen Teils von REPAM, dem kirchlichen Pan-Amazonas-Netzwerks. P. José Luis Mamani ist Pfarrer in einer der 6 Pfarreien des Vikariats, in der Pfarrei Puerto Rico. Er war im vergangenen Jahr als Teilnehmer der Begegnungsreise zu Gast im Bistum Trier und hat eine Woche im Dekanat Remagen-Brohltal mitgelebt.

In der Paranuss-Fabrik Blacutt Hnos. wird streng auf die Hygienevorschriften geachtet. Der Großteil der Produktion ist für den Export bestimmt. Hier ist die Qualität von hoher Bedeutung und Verunreinigungen würden ihr schaden. So werden auch uns Schutzhüllen für die Schuhe, die Haare und auch ein Mundschutz gereicht. In der Fabrik werden die Verarbeitungsstufen vom Ablösen der harten Schale, der Bearbeitung und Auslese der Nüsse, der Sortierung nach Größe bis hin zum Abwiegen und zur Verpackung der eingeschweißten Nüsse in 20 Kg Paketen für den Export vollzogen. Die Arbeiten sind kräftezehrend, wenn vom Rohmaterial bis zu den Zwischenstufen immer wieder schwere Gebinde zu tragen sind. Es gehört viel Handarbeit dazu, das Knacken und Ablösen der Nüsse, die Feinbehandlung und Auslese, die Kontrolle bei der Sortierung nach Größen. Diese umfangreiche Handarbeit gibt vielen Familien ihr Lebenseinkommen. Bischof Eugenio Coter schätzt, dass ein Viertel der Bewohner von Riberalta direkt oder indirekt von der Verarbeitung der Paranüsse lebt.

Die Arbeit ist als Familienarbeit konzipiert. Das bedeutet, dass die Stelle in der Fabrik zwar auf einen Erwachsenen vergeben ist, der aber alle Familienmitglieder in den Arbeitsprozess einbringen kann. So erzählt P. Jose, dass er als Kind und Jugendlicher nach der Schule selbstverständlich regelmäßig in der Fabrik gearbeitet hat und damit zu dem nach Kilo der geschälten Nüsse berechneten Familieneinkommen beigetragen hat. Noch heute ist seine Familie hier tätig, eine seiner Tanten begrüßt er beim Rundgang.
Damit sich die Schale gut löst, werden die Nüsse erhitzt und mit Wasser abgeschreckt. Die Energie der Heizkessel wird dabei klimaneutral aus den Schalen der Nüsse gewonnen.

Das Rohmaterial der Fabrik sind die Nüsse, die in 2 Zentner-Säcken von den Sammelstellen in den Dörfern nach Riberalta gebracht werden. Hier wurden die Früchte aufgeschlagen und die darin befindlichen Nüsse herausgelöst. Zum Sammeln der Nüsse gehen in der Erntezeit von Dezember bis März die Bewohner von indigenen Siedlungen aber auch Familien aus der Stadt, die für diese Zeit aufs Land ziehen, in den Regenwald, um bei den verstreut stehenden Paranussbäumen - Almendra genannt - die Früchte einzusammeln und zu den Sammelstellen in den Dörfern zu bringen.

Der Paranussbaum ist ein Regenwaldbaum, der dieses Ökosystem für sein Leben braucht. Er übertrifft mit 60 m Höhe viele der anderen Bäume, so dass seine Krone über dem Dach der weiteren Bäume steht. Dort wo der Wald um die Paranussbäume gerodet wird, geht der Paranussbaum ein. Dies ist die Realität in weiten Gebieten im benachbarten Brasilien. Dort wurden große Regenwaldflächen gerodet, um Flächen für Sojaanbau oder Weidewirtschaft zu gewinnen. Aber die “Almendras brasil”, wie die Paranuss auch in Bolivien heißt, wird heute fast nur noch in Bolivien produziert. Stirbt der Regenwald, stirbt der Paranussbaum. Stirbt der Paranussbaum sterben in Riberalta über 10 Fabriken und verlieren 10.000 Menschen ihren Arbeitsplatz und noch mehr ihr tägliches Einkommen. (Ludwig Kuhn)

Eine gute Zukunft für alle!

Schöpfungsverantwortung als Herausforderung für Gesellschaft und Kirche

 

„Die Perspektivwechsel der Synode und das Denken in großen Räumen der 35 Pfarreien der Zukunft bieten auch große Chancen, Fragen wie die des Klimaschutzes gut zu bündeln.“ Das hat Dr. Ulrich Graf von Plettenberg, Generalvikar des Bistums Trier, bei einem Netzwerktreffen der „Initiative Schöpfungsverantwortung Koblenz“ am 11. September im Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz gesagt. So könnten Initiativen vor Ort auch in diesen Fragen besser koordiniert und damit effizienter werden.

 

Mehr Informationen zur Veranstaltung im Presseartikel der Bischöflichen Pressestelle

Herzlichen Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Interessierten für das Engagement in der Bolivien-Partnerschaft- und der Eine-Welt-Arbeit im Jahr 2018!.

Einen kleinen Rückblick und Ausblick auf 2019 finden Sie im Weihnachtsbrief!

Bolivianische Gäste im Dekanat

Der Arbeitskreis Bolivien durfte zwei bolivianische Gäste im Dekanat Remagen-Brohltal willkommen heißen. José Luis Mamani Subirana und CrisMayria Quispe Salgado waren mit einer insgesamt 25-köpfigen Delegation aus Bolivien in das Bistum Trier gekommen.

Padre Mamani ist Pfarrer in Puerto Rico im Vikariat Pando, das im Flusssystem des Amazonas im Norden Boliviens liegt. Seine ländliche Pfarrei im tropischen Regenwald umfasst mehr als 120 indigene Gemeinden. Die 24-jährige Wirtschaftsstudentin CrisMayria Quispe Salgado lebt in Patacamaya im Hochland Boliviens. Sie engagiert sich in der Jugendpastoral, als Katechetin in ihrer Pfarrei und hat in mehreren Kommissionen bei nationalen Treffen der christlichen Basisgemeinden mitgearbeitet.

In der „Erfahrungswoche“ im Dekanat konnten die beiden bolivianischen Gäste das Land und seine Sehenswürdigkeiten, vor allem aber Menschen und ihren Alltag in Familie und Gemeinde sowie Projekte kennenlernen. Der AK Bolivien hatte ein vielfältiges Programm zusammengestellt mit Möglichkeiten, die Gäste persönlich kennenzulernen und mit ihnen über die Situation in dem südamerikanischen Land zu sprechen. „Roter Faden“ war dabei das Thema „Wasser“ der diesjährigen Bolivienpartnerschaftswoche. So ergaben sich zahlreiche Begegnungen und Gespräche, die von Leonie Maringer (Oberwinter), Sarah Sänger (Traben-Trabach), Teófanes Gonzáles (Dekanatskantor), Miguel Esteban und Pfarrer i.R. Lothar Brucker (Waldorf) übersetzt wurden.

Im Eröffnungsgottesdienst der Bolivien-Partnerschaftswoche in Sinzig St. Peter berichteten die Gäste von der anhaltenden Wasserkrise in Bolivien auf Grund des Klimawandels. Die Folgen sind lange Dürrezeiten, Hagel und Starkregen oder auch Überschwemmungen. Winfried Kraatz und Brigitte Karpstein vom Pfarrgemeinderat Sinzig überreichten eine Spende in Höhe von 800 € aus dem Erlös des diesjährigen Kirmesstandes. Damit wird der Aufbau des sogenannten „Partnerschaftswaldes“ in Patacamaya und der Schutz des Tahuamanu-Flusses in Pando unterstützt. Mit beiden Projekten reagieren die bolivianischen Partner auf die Folgen des Klimawandels und verwirklichen notwendige Anpassungsleistungen zum Schutz des Lebensguts Wasser.

Im weiteren Verlauf der Woche lernten die bolivianischen Gäste unter anderem die „Tafel“ in Ahrweiler und das Flüchtlingscafé in Burgbrohl kennen. Padre Mamani: „Es war sehr spannend für mich, diese Projekte kennenzulernen. Sie zeigen aktuell wichtige gesellschaftliche Themen in Deutschland. Jetzt kann ich überlegen, ob wir in Bolivien auch etwas aus der Tafel-Idee machen können, ohne die Bedürftigen von Hilfe und Unterstützung abhängig zu machen.“

Bei der Begegnung im Eine-Welt-Laden Remagen wurde ein Spielfilm über den sogenannten „Wasserkrieg“ in Cochabamba  angeschaut. Im Jahr 2000 gab es den Versuch, die Wasserversorgung in der bolivianischen Großstadt zu privatisieren. Dagegen und gegen die damit verbundenen Preiserhöhungen für das „Lebensgut Wasser“ hatten sich die Bewohner Cochabambas erfolgreich gewehrt. Bei bolivianischen Speisen, die eigens von den Gästen zubereitet worden waren, wurde der Film diskutiert.

In Waldorf feierten die Gäste einen vom Projektchor mit vielen bolivianischen Liedern gestalteten Gottesdienst. Anschließend berichteten sie dem Waldorfer Bolivien-Freundeskreis und Interessierten über die Situation in Bolivien.

Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und der Vorstellung unterschiedlicher Projekte spielte auch die Kultur eine Rolle. Pater Elias stellte den Gästen die Benediktinerabtei Maria Laach vor. Stationen eines spirituellen Spaziergangs unter dem Leitwort „Wasser – Quelle des Lebens“ waren der Laacher See, die Johanneskapelle und die Abteikirche. Beeindruckt waren die Gäste vor allem von der Sakristei, dem Kapitelsaal und der Jesuiten-Bibliothek. Außerdem lernten die Bolivianer Koblenz, die „Essbare Stadt Andernach“ und die Apollinariskirche in Remagen kennen. „Ich nehme viele wertvolle Eindrücke mit zurück in meine Heimat Bolivien und vor allem das Gefühl, Freunde gefunden zu haben“, so ChrisMayria Quispe.

Die Woche lebte von einem regen Austausch zwischen Deutschen und Bolivianern. Gegenseitig wurde sich vom Umgang und den Problemen mit Wasser berichtet. Für Monique Scheer, Gastgeberin und Mitarbeiterin im Arbeitskreis Bolivien, ist es immer wieder eine besondere Zeit, wenn die bolivianischen Gäste kommen. „Die Partnerschaft bekommt so ein konkretes Gesicht. Wenn ich jetzt von Dürre und Starkregen in Patacamaya auf dem Altiplano oder von Überschwemmungen in Puerto Rico in Amazonien höre, dann denke ich ganz konkret an CrisMayria oder Padre José Luis.“

Am Ende der Woche zog Pastoralreferent Christoph Hof, Verantwortlicher des Dekanats für die Erfahrungswoche und den Arbeitskreis Bolivien, das Fazit: „Die persönlichen Begegnungen sind die Grundlage der Partnerschaft des Bistums Trier mit den Menschen Boliviens. Im persönlichen Austausch können wir uns gegenseitig stärken. Wir lernen, uns als Geschwister in der einen Welt zu verstehen und uns gemeinsam und solidarisch den Herausforderungen, zum Beispiel dem Klimawandel, zu stellen. Damit alle gut leben können.“

Der Abschluss der Erfahrungswoche war ein Partnerschaftstag in Trier, bei dem alle Gäste, Gastgeber und Freunde der Bolivienpartnerschaft zusammenkamen. Bischof Dr. Stephan Ackermann machte dort deutlich, dass die Kirche im Bistum Trier untrennbar mit Bolivien verbunden ist. Wesentliche Bestandteile der mittlerweile fast 60jährigen Partnerschaft sind die Partnerschaftswoche, die in diesem Jahr unter dem „Lebensgut Wasser: schützen – ernten – teilen“ stand, sowie die alle zwei Jahre stattfindenden Begegnungsreise. Dabei geht es vor allem darum, der Partnerschaft ein Gesicht zu verleihen.

Resolution

"Klimawandel und Umweltschutz. Eine Herausforderung für die Kirche von Trier"

Beim Themenabend "Klimawandel und Umweltschutz" im Juni 2018 in Koblenz wurde folgender Resolutionstext verabschiedet, der an den Generalvikar und das Synodenbüro geschickt wurde:

„Die Berufung, Beschützer des Werkes Gottes zu sein, praktisch umzusetzen gehört wesentlich zu einem tugendhaften Leben; sie ist nicht etwas Fakultatives, noch ein sekundärer Aspekt der christlichen Erfahrung.“ (Laudato si´, 217)
Wir sind katholische Christen, die sich in verschiedenen Initiativen für eine Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Wir haben uns heute, Montag, den 11. Juni 2018 in Koblenz getroffen, um uns gegenseitig über unsere Projekte und Aktionen zum Schutz der Umwelt und der Gerechtigkeit zu informieren Wir haben uns außerdem mit Aussagen der Synode des Bistums Trier zum Thema Schöpfung sowie mit Kernaussagen der päpstlichen Enzyklika „Laudato si´“ beschäftigt. Wir fühlen uns dem dringlichen Aufruf des Papstes verpflichtet, alles in unserer Macht stehende zu tun, um die Schöpfung und die Armen zu schützen. Es ist uns daher ein sehr großes Anliegen, dass die Verantwortung für das Klima und die Natur in der Umsetzung der Synode deutlicher als bisher thematisiert und umgesetzt wird. Das Handeln des Bistums darf nicht nur in Leuchtturmprojekten die Anliegen von Laudato si´ umsetzen, sondern muss personell, finanziell, räumlich und konkret diese Anliegen stärker unterstützen."

Ein Bericht über die Veranstaltung ist hier zu finden.

Generalvikar Dr. Ulrich Graf v. Plettenberg hat auf den Brief mit der Resolution reagiert. Hier kann seine Antwort nachgelesen werden.

Boliviensammlung am 26.05.2018

Vielen Dank an alle Spender*innen,

und alle Sammler*innen, an Fahrer*innen, Helfer*innen und Unterstützer*innen!

Die Erlöse aus der Verwertung der Kleiderspenden dienen der nachhaltigen Unterstützung von zwei Organisationen in Bolivien. Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca–Trier“ unterhält 25 Ausbildungseinrichtungen in den ländlichen Regionen des Erzbistums Sucre für ca. 2.000 Kinder und Jugendliche. Wichtige Schwerpunkte der Arbeit sind z.B. die Förderung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen und die Entwicklung von Maßnahmen angesichts des deutlich spürbaren Klimawandels. Der zweite Partner, die „Nationale Jugendpastoral“ Boliviens (PJV), fördert und koordiniert die katholische Jugendarbeit für das ganze Land.

Auch "zwischen" den jährlichen Boliviensammlungen können nach telefonischer Terminabsprache Kleider in den "Kleiderpunkten" des Dekanates abgegeben werden:

Pfarrbüro Niederzissen, Horststraße 35, 56651 Niederzissen, Tel.02636-6166

Büro der Pastoralreferenten, Quellenstraße 73, 53424 Remagen-Kripp, Tel. 02642-41759, E-Mail: christoph.hof(at)bistum-trier.de

„Gebrauchte Kleider werden Bildung“ 

Missionskreuz aus Bolivien im Dekanat Remagen-Brohltal

In den Pfarrkirchen in Wassenach, Waldorf und Brohl war Anfang März das Missionskreuz aus Bolivien zu sehen. Das Kreuz ist eine originalgetreue Nachbildung des Missionskreuzes aus der Zeit der Jesuitenmission von 1691. Es steht in San Javier im bolivianischen Tiefland.

Anläßlich des V. Gesamtamerikanischen Missionskongresses im Juli 2018 in Santa Cruz wandert das Kreuz in Amerika durch alle Bistümer. Es soll so zur Erneuerung des missionischen Auftrages beitragen.

Der Vorsitzende der bolivianischen Bischofskonferenz, Bischof Ricardo Centellas, hat die Nachbildung des Kreuzes im Oktober 2017 zur Eröffnung der Partnerschaftswoche der Diözese Trier geschenkt, damit es auch hier von Pfarrei zu Pfarrei wandert und die Verbundenheit mit Bolivien ausdrückt.

In Waldorf feierte Pfarrer i.R. Lothar Brucker mit Bolivien-Interessierten und Engagierten aus Dekanat und Pfarrei einen Gottesdienst, der vom Waldorfer Projektchor um Chorleiterin Andrea Ernst und Miguel Maldonado mitgestaltet wurde. Das Kreuz war Symbol für den gemeinsamen Wunsch, missionarisch Kirche zu sein, indem wir glaubwürdig Zeugnis geben vom Evangelium und für Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit eintreten.

Weitere Informationen zum Missionskreuz: Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier

Wenn die augenblickliche Tendenz anhält, könnte dieses Jahrhundert Zeuge nie dagewesener klimatischer Veränderungen und einer beispiellosen Zerstörung der Ökosysteme werden, mit schweren Folgen für uns alle. (Papst Franziskus, Enzyklika Laudato Si, Nr. 24