• Informationsveranstaltung „Die Vermögensfragen in den Pfarreien der Zukunft“

    Informationsveranstaltung
    „Die Vermögensfragen in den Pfarreien der Zukunft“

    Alles in einen Topf?
    Großes Interesse für Vermögensfragen in den Pfarreien der Zukunft fand die Informationsveranstaltung am Mittwoch, 13. September 2017 in Andernach
    „Unsere Pfarrei hat Napoleon und das Dritte Reich überstanden und jetzt kommt die Gefahr von innen“ – so lautete der Vorwurf eines Mannes aus der Pfarrei Pommern an den Trierer Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg. Gemeinsam mit der Finanzdirektorin des Bistums, Kirsten Straus, und Matthias Müller, Justiziar im Bischöflichen Generalvikariat hat er sich am 13. September bei der Infoveranstaltung zur Vermögensverwaltung in den Pfarreien der Zukunft in Andernach den Fragen und der Kritik gestellt.
    Nach Beratungen in der Bistums-Dechantenkonferenz und im Kirchensteuerrat ist eine Vorentscheidung zur Vermögensfrage getroffen: Für jede „Pfarrei der Zukunft" wird eine „Kirchengemeinde" errichtet. Die gegenwärtigen Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände werden als Rechtsform abgelöst. Diese Variante hat die Expertengruppe „Arbeitsgemeinschaft Vermögen“ erarbeitet und mit „Ansatz B“ überschrieben.
    „Bei dem anderen Lösungsansatz, bei Variante A, blieben die gegenwärtigen Kirchengemeinden zunächst bestehen. Über Fusionen, freiwillig oder durch wirtschaftliche oder personelle Not angestoßen, würde nach und nach eine einzige Kirchengemeinde entstehen“, erklärt Kirsten Straus den mehr als 300 Anwesenden in der Mittelrheinhalle. Die Pfarrei der Zukunft müsse dann eine schwierige Fusion nach der anderen verkraften. „Ansatz A“ fände sicher eine höhere Akzeptanz, jedoch sei dieses Konzept nicht mit der Umsetzung der Diözesansynode vereinbar, erklärt Straus.
    Der schwierigere Weg - hat aber Vorteile
    Variante B sei am Anfang „grausam und anstrengend; und ich weiß auch nicht, ob ich sie davon überzeugen kann“, gibt die Finanzdirektorin ehrlich zu, aber dieser Ansatz habe signifikante Vorteile. „Es ist ein konsequenter Schritt ins Neue.“ Der Generalvikar erklärt: „Wir wollen Verwaltungsvorgänge verschlanken. Die Struktur soll als Stütze und zur Unterstützung dienen.“ „Es gibt auch keine Kleinteiligkeit mehr, die sehr viel Arbeit und Kosten verursacht“, unterstreicht Straus. „Sie bilden dann in der neuen Pfarrei ein so genanntes Vermögensteam. Dort können Sie alle ihre Kompetenzen und Ihr Know-How einbringen. Aufgrund der Größe können auch Vertretungen eingerichtet werden.“ Dies alles diene der Entlastung der Ehrenamtlichen und auch der Rendanturen. „Auch Lasten darf man in die neuen Strukturen mit einbringen. In einem großen Verband kann man manche Sachen besser lösen“, gibt Kirsten Straus zu bedenken.
    "Sie hüten das kirchliche Vermögen wie Ihr eigenes"
    Diese Variante stößt trotzdem auf viel Unmut und ist mit Befürchtungen verbunden, die das Publikum in Wortbeiträgen oder in schriftlicher Form äußert. Kirsten Straus kann dies nachvollziehen: „Sie hüten dieses Vermögen wie Ihr eigenes.“
    Die gegenwärtigen Kirchengemeinden möchten an ihren Vermögen festhalten oder den Prozess zumindest langsam angehen. „Warum kann nicht jede Kirchengemeinde selbst entscheiden, welche Variante sie wählen möchte?“, lautet eine Frage. „Es müssten dann zwei Verwaltungssysteme parallel betrieben werden: das bisherige für die Kirchengemeinden und ein ganz anders strukturiertes für die Pfarreien der Zukunft. Dies würde für ein Tohuwabohu sorgen“, antwortet Plettenberg.
    Verantwortung bleibt vor Ort, Zweckbindung möglich
    „Die von uns favorisierte Variante B bedeutet nicht, dass wir alles zentralisieren und in einen Topf werfen wollen“, stellt der Generalvikar klar. „Wir möchten, dass die Verantwortung vor Ort bleibt, in einem guten Zusammenspiel von ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitenden.“ Auch in den Pfarreien der Zukunft werde es möglich sein, Zweckbindungen
    zu setzen und sich finanziell für eine bestimmte Aktion oder ein Gebäude einzusetzen, wie etwa in Form von Stiftungen oder Fördervereinen. „Da wird nicht dran gerührt“, versichert Justiziar Müller. Bei bestimmten Gruppierungen wie beispielsweise Kirchenchöre werde sich auch nichts ändern. Daher appelliert die Finanzdirektorin an die finanzstarken Gemeinden, weiterhin sorgsam mit ihrem Vermögen umzugehen und „keine unnötigen Ausgaben nach dem Motto ‚Bloß nichts den Nachbarn schenken‘ zu machen.“
    Synoden-Umsetzung "nicht ohne Sie"!
    Die neue Struktur verlange das direkte Aushandeln zwischen den Parteien. „Hier kann das Bistum moderierend tätig werden und bei Blockaden eingreifen“, stellt Kirsten Straus den anwesenden Vertretern von Verwaltungs-, Pfarreien- und Pfarrgemeinderäten in Aussicht. „Das Bistum überlegt auch, was es tun kann, wenn ein großes Ungleichgewicht bei den Finanzen besteht.“
    „Auch wenn sie nicht mit allem einverstanden sind, hoffe ich doch, dass sie gespürt haben, dass wir die Synodenumsetzung nicht ohne Sie machen können“, schließt Plettenberg den ersten Informationsabend zum Thema Vermögen.

  • Korrekturen zum Artikel in der Rhein Zeitung vom 14. März 2017

    Korrekturen zum Artikel in der Rhein Zeitung vom 14. März 2017
    „Bistum löst alle Pfarreien auf“ (verfasst von Wolfgang Henn, Dekanatsreferent)
    Die Überschrift: “Bistum löst alle Pfarreien auf“ müsste korrekt heißen: „Bistum verändert Größe und Struktur der Pfarreien“.

    Die Unterüberschrift: „Kirche Arbeitsgruppe überlegt derzeit: welche Gotteshäuser werden aufgegeben?“ ist falsch. Es gibt keine derartige Arbeitsgruppe.
    Im Artikel wird der Eindruck erweckt, dass der Priestermangel der treibende Motor für die Einberufung der Synode war: „Bischof Stephan Ackermann hat angesichts dieser Zahlen die Trierer Synode aufgerufen zu überlegen: Wie kann in Zukunft Kirche aussehen?“
    Korrekt ist: Der Priestermangel ist nur ein Faktor unter vielen, die zur Einberufung der Synode geführt haben. Vielmehr ging es der Synode darum zu klären, wie der Weg der Kirche im 3. Jahrtausend unter sich verändernden Rahmenbedingungen aussehen soll.
    Die Veränderung, die die Struktur der Pfarreien betrifft, ist nur eine von vielen vorgesehenen Veränderungen. Diese Veränderung wird im Synodendokument unter der Überschrift: „Perspektivwechsel Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern“ näher ausgeführt.
    Die Reduzierung der Zahl von Pfarreien wird dem Willen der Synode entsprechend nicht zu einer Vergrößerung der bisherigen Pfarreien führen (keine sogenannten Megapfarreien oder XXL Pfarreien), sondern zur „Pfarrei der Zukunft“. Allein schon, dass es maximal 60 „Pfarreien der Zukunft“ geben soll, zeigt an, dass es sich nicht um eine Fortsetzung der bisherigen Arbeitsweise handelt.
    Zwei Beispiele für die neue Form: Die Leitung dieser Pfarrei der Zukunft geschieht durch ein Leitungsteam von mindestens drei Hauptamtlichen und weiteren ehrenamtlichen Mitgliedern.
    Oder: Die Pfarrei der Zukunft wird nicht mehr alles das anbieten, was die bisherige Pfarrei angeboten hat, sondern wird ein Netzwerk von lokalen Gemeinschaften sein („Netzwerkartige Kooperationsformen“).
    Die Aussage im Artikel: „…..- derzeit tagt nun eine Arbeitsgruppe um Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg, um besagte Räume zu definieren“ ist falsch.
    Richtig ist: es gibt eine sogenannte Teilprozessgruppe, die einen ENTWURF für die künftige Raumgliederung des Bistums dem Bischof vorschlagen wird. Am 24. März ist vorgesehen, dass Bischof Stephan Ackermann diesen Entwurf mit den diözesanen Räten, den Dechanten und Vertretern der Berufsgruppen bespricht und anschließend den Gremien der Pfarreien und Kirchengemeinden sowie der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorlegt. („ Resonanzphase“). Bis Oktober haben die Räte ebenso wie die Gläubigen im Bistum die Möglichkeit, dazu Stellung zu beziehen.
    Erst dann wird der Bischof aufgrund der Rückmeldungen die endgültige Raumgliederung vorstellen, die voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft gesetzt werden soll. Dann endet auch die Amtsperiode der jetzigen Räte. Bis dahin ist Zeit, die notwendigen Vorarbeiten zur Errichtung der „Pfarreien der Zukunft“ in Angriff zu nehmen. Unter anderem werden die Pfarreien der Zukunft in dieser Zeit durch Kundschafterteams unterstützt, um gemeinsam mit kirchlichen und anderen Gruppen und Engagierten erste Ideen für die Arbeitsweise, die Projekte und die unterschiedlichen Orte und Themen der Pfarrei der Zukunft zu entwerfen.
    Falsch: „Im Herbst soll dann entschieden werden, welche Kirchen weiterhin gehalten und welche aufgegeben.“
    Korrekt: Das Bistum ist bereits seit 2013 dabei, gemeinsam mit den Kirchengemeinden Immobilienkonzepte zu entwickeln. Dieser Prozess wird durch die „Pfarrei der Zukunft“ nicht gestoppt, vielmehr wird es in den Räumen, die schon eine Bestandsaufnahme gemacht haben, in der „Pfarrei der Zukunft“ leichter fallen, Entscheidungen über ihren Immobilienbestand zu treffen. Zum Auftrag der Teilprozessgruppe „Raumgliederung“ gehörte die Immobilienfrage nicht.
    Die Aussage: „ …- deren Ziel: das Glaubensleben im Bistum auch mit wenig Priestern nicht absterben zu lassen.“ entspricht nicht dem Anliegen der Synode. Richtig ist, dass die Synode das Glaubensleben im Bistum Trier neu beleben will. Die Zahl der Priester spielt dabei nicht die entscheidende Rolle. Wichtig war für die Synode, dass alle Getauften neu ihre Bedeutung und ihre Möglichkeiten der Mitwirkung erkennen.
    Alle Informationen rund um die Synodenumsetzung sind unter www.herausgerufen.bistum-trier.de zu finden.